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GTS MAGAZIN 1

61JUBILÄUMSAUSGABE B E S S E R L E B E N Was ist geschehen? Hat mein Tischnachbar an diesem Abend tatsächlich auf Kohlenhydrate verzichtet? Falls ja, auf welche? Was sind Kohlenhydrate und welche gibt es? Kohlenhydrate oder Saccharide sind Oberbegriffe für Zucker. Die meisten Menschen denken, wenn sie den Begriff Zucker hören, an weißen Haushaltszucker. Dieser Haushaltszucker wird wissenschaftlich Saccharose genannt. Daneben existieren aber noch andere Zuckerarten: Glucose, Fructose, Lactose , Galaktose und Ethanol. Um die Verwirrung komplett zu machen, muss man wissen, dass der weiße Haushaltszucker sich chemisch aus einem Molekül Glucose und einem Molekül Fructose zusammensetzt. Von einem Verzicht des Tischnachbars auf Kohlenhydrate kann an diesem Abend keine Rede sein. Er hat wohl auf das übliche italienische Pastagericht (Glucose) und auf Milchprodukte (Laktose) verzichtet, sich jedoch bei der Wahl seiner übrigen Lebensmittel (wahrscheinlich aus Unwissenheit) selbst betrogen. Er hat folgende Zuckerarten zu sich genommen: • Der Aperitif und der Hauswein wurden aus Traubensaft hergestellt. Die darin enthaltene Glucose und Fructose wurden zu Alkohol vergoren. • Der Ramazzotti besteht aus einer geheimen Kräutermischung, Haushaltszucker (Glucose und Fructose) und Alkohol. • Hauptbestandteil des Brots ist Glucose. • Der Espresso wurde mit Haushaltszucker gesüßt – also Glucose und Fructose. Sind alle Zuckerarten gleich? Haben sie eventuell unterschiedliche Wirkungen im menschlichen Organismus? Die verschiedenen Zuckerarten unterscheiden sich in ihrer Wirkung auf den Körper in erheblichem Maße. Glucose kann von fast allen Körperzellen als Energielieferant herangezogen werden. Durch den Konsum von Glucose in Form von Kartoffeln, naturbe- lassenem Reis, Vollkornnudeln „al dente“ und -brot sind praktisch keine negativen Folgen für den Körper zu erwarten. Fructose hingegen kann ausschließlich von Leberzellen verstoff- wechselt werden. Ein erhöhter Fructosekonsum wirkt sich ungüns- tig auf den Stoffwechsel aus. Eine schnelle Gewichtszunahme, die Entwicklung von Fettleibigkeit und das metabolische Syndrom kön- nen die Folgen von einem Zuviel an Fructose sein. Außerdem kann die erhöhte Zufuhr von Fructose das Risiko für Bluthochdruck steigern, da die Fructose in der Leber zu feinen Fetttröpfchen abgebaut wird. Diese Fette treiben den Cholesterinspiegel und die Triglyceride nach „oben“, lagern sich in den Blutgefäßen ein und führen zur „Verkalkung“ der Gefäße. Alkohol wird auf ähnlichem Weg wie Fructose in der Leber abgebaut und führt zu den gleichen Folgen wie ein erhöhter Fructosekonsum. Zudem schädigt er die Gehirnzellen, weil auch Gehirnzellen Ethanol verstoffwechseln können. Haushaltszucker ist doppelt problematisch. Er besteht aus einem Molekül Fructose und einem Molekül Glucose. Die negativen Wirkungen der Fructo- se sind oben beschrieben. Die Glucose aus dem Haushaltszucker wird über die Verdauung sehr schnell ins Blut aufgenommen. Man spricht davon, dass Haushaltszucker einen hohen glykämischen Index besitzt. Dies hat zur Folge, dass die Bauchspeicheldrüse In- sulin ausschütten muss, um den Blutzuckerspiegel auf einem „nor- malen“ Niveau zu halten. Diese Insulinausschüttung bewirkt, dass auch in diesem Fall Glucose zu Fett umgewandelt wird. Haushalts- zucker führt daher zu den gleichen Problemen – extrem schnelle Gewichtszunahme, Verfettung des Blutes und Bluthochdruck. ...oder den Konsum dieser Lebensmittel sehr stark zu reduzieren, da sie allesamt für den Körper nachteilige Auswirkungen haben. Naturbelassener Reis, Kartoffeln, Vollkornnudeln- und brot, alle Gemüsesorten und Hülsenfrüchte können in gesundem Maße bedenkenlos gegessen werden, da die Verdauung relativ lange dauert (niedriger glykämischer Index – also keine oder nur geringe Insulinausschüttung) und der Blutzuckerspiegel nicht in die Höhe getrieben wird. Der Tischnachbar jedenfalls hat sich keinen Gefallen getan. Durch den Alkohol hat er sich die ungesunden Zucker (Fructose) in flüssiger Form „verabreicht“ und sein Ziel etwas für seine Gesund- heit und seine Figur zu tun selbst sabotiert. Euer Dr. Daniel Holzinger FACHBEGRIFF Saccharose Glucose Fructose Lactose Galaktose Ethanol UMGANGSSPRACHE Haushaltszucker Traubenzucker Fruchtzucker Milchzucker Schleimzucker Alkohol = Vergorener Zucker „Aus wissenschaftlicherSicht macht es Sinn vor allem auf Fruchtsäfte, Limonaden, Alkohol und Haushaltszucker(damit auch auf Süßigkeiten und Kuchen) zu verzichten...“

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