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GTS MAGAZIN 1

57JUBILÄUMSAUSGABE G E H E I M T I P P S T U T T G A R T Innerhalb kürzester Zeit wurde mir klar, dass in diesem ganzen Zauber der Mode ein besonderer Key Artikel stark polarisiert: der Mantel. Plötzlich war er da, in allen Variationen, Stoffen, Schnitten, Farben und Mustern. Der Modebranche war es ge- lungen, dass ich meine ganze Aufmerksamkeit dem mächtigsten Textilstück widmete. Ohne dass ich es offensichtlich bemerkte, hatte sich in meiner Wohnung ein Mantelimperium aufgebaut. Bis natürlich die kritischen Stimmen von Freunden und Familie immer lauter wurden, was diesen Konsum betraf. Also fing ich an, dieses Thema „Mäntel“ zu eruieren. Viele Gedanken strömten von Woche zu Woche in meinem Kopf herum, bis ich mir eingestanden hatte, dass ich in dieser Hinsicht wohl einen Fetisch habe bzw. etwas verehre wie einen heiligen Gegenstand, dem magische Kräfte zugeschrieben werden. Warum ist dem so? Ganz einfach, da in diesem Fall die Geschichte des Mantels und auch die Verwendung eine bedeutende Rolle spielen. Er begleitet uns nicht nur eine Herbst/ Winter Season, sondern manchmal über mehrere Jahre oder auch ein Leben lang. Meist geht es doch bei dem Mantelkauf nicht um saisonale Trends oder brandaktuelle Designs, sondern vielmehr um einen zeitlosen Stil, einen tollen Schnitt und die vielseitigen Kombinationsmöglichkeiten. Sehr interessant für mich war auch zu sehen ab welcher Länge denn nun die Jacke aufhört und der Mantel anfängt. Dies war von Epoche zu Epoche unter- schiedlich und stark abhängig von der Mode in dieser Zeit. Ich denke, heute würden wir uns nur darüber streiten, ob eine Jacke über dem Po aufhört oder darunter. Wenn man das Wort aus seiner Herkunft betrachtet, nämlich dem lateinischen „Mantellum“ was im deutschen ‘Hülle’ oder auch ‚Decke’ bedeutet, sind wir uns – denke ich – alle einig, ab wann wir einen Mantel auch „Mantel“ nennen sollten. Bemerkenswert ist auch die Entdeckung des ersten Mantels auf unserem Planeten Erde. Wer hätte gedacht, dass der älteste archäologisch belegte Mantel vor 5000 Jahren bei dem Fund der Gletscherleiche Ötzi entdeckt wurde. Also ich nicht! Wie dem auch sei, viel interessanter war dann eigentlich für mich die Entstehung und Verbreitung dieses Kleidungstückes. Angefan- gen bei den Römern, die Ihre frühen Mantelformen zwischen kurz und lang unter den Namen Sagum und Trabea unterschieden. Die Griechen dagegen trugen Clamys und Himation. Über die Namen lässt sich sicherlich streiten ob diese dem Standard des heutigen Fachjargons der Modebranche entsprechen…! Das Thema „Mantel“ wurde immer spannender für mich und riss mich völlig in seinen Bann. So holte ich alle meine Mäntel aus Garderobe, Schrank und jeglichen Kisten und legte Sie auf dem Holzboden aus, bis sich ein wunderschönes Meer aus meinen Mänteln ergab. Ich wollte alles wissen, über deren Herkunft, kulturellen Hintergrund, Schnittführung, Wertigkeit und Designer. So konnte ich mir zu jedem eine Geschichte einfallen lassen. Ob es nun mein Cape war, das sein Coming out in den 70‘ feierte, der Ca- puchon mit französischer Herkunft, der Crombie Coat, bekannt als Stadtmantel, der Dufflecoat, welcher als einziger Mantel aufgesetz- te Taschen und Knebelknöpfe besitzt, der Pardesü (türk „darüber“), der durch seine Bodenlänge den islamischen Körperbedeckungs- vorschriften entspricht, der Poncho mit spanischer Abstammung oder meinem wertvollsten Stück, der „Persianer“, der einfach nur die ganze Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit auf sich zieht. Es war einfach unglaublich zu sehen, wie viele Herkunftsländer, fremde Kulturen und Generationen dieses einzigartige Kleidungs- stück vereint. Und wenn ich so durch Stuttgarts Straßen schlen- dere, freut es mich zu sehen, welchen Wert dieses Kleidungsstück hat, das jeden Stuttgarter individuell stylt, mit seiner Geschichte und Leben füllt und so das Stadtbild prägt! Feel Attracted…. Eure Dafina Innerhalb kürzesterZeit wurde mirklar, dass in diesem ganzen ZauberderMode ein besondererKey Artikel stark polarisiert: DerMantel. „Feel the Look!“

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