Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

GTS MAGAZIN 1

47JUBILÄUMSAUSGABE I N T E R V I E W S und sechs Monaten an der Steigenberger Akademie in Bad Reichenhall, landete Phi- lipp schließlich in der Vila Joya in Portugal. Unter Dieter Koschina hat er dort einein- halb Jahre seinen „Feinschliff à la Bonheur“ bekommen. Doch irgendwann wurden die Rufe der Heimat immer lauter. Kurzerhand ging es zurück ins Schwabenland. Mittler- weile wohnt Philipp mit seiner Freundin in Luginsland und bringt im Fellbacher Goldberg seinen eigenen Werdegang auf die Teller. Was waren deine ersten Schritte zum Profikoch? Meine Kochausbildung habe ich in der „Sonne“ in Bad Friedrichshall gemacht, wo ich anfangs die schwäbische Küche gelernt habe. Der Leitspruch war hier: erst mal Sauerkraut kochen, dann Champagner- kraut. Die grundlegenden Gerichte muss man einfach können, um Traditionelles modern aufzubereiten. Du hast 2012 beim „Koch des Jahres“ mitgemacht. Wie kam es dazu? Das war Zufall. Ich hab das Menü damals just for fun auf eine Serviette gekritzelt und mich dann beworben. Prompt war ich dabei. Es geht dabei darum, dass acht Profiköche gegeneinander antreten. Die Köche bringen alle Utensilien und natürlich ihr Können mit und ihre Menüs werden dann von einer Jury aus Kochgrö- ßen bewertet. Man musste 3 Gänge für 6 Personen kochen und hatte dafür 5 Stun- den Zeit. War eine sehr spannende Sache. Das Vorfinale fand in Heilbronn statt. Ich hab mich damals bis ins Finale gekocht. Was ich dabei vor allem gelernt habe ist, dass eine intelligente Planung das A und O beim Kochen ist. Was macht deine Küche so besonders? Mein Küchenstil spiegelt meinen persönli- chen Werdegang wider. Ich tingele undog- matisch durch die internationale Küche und suche mir von einigen das Beste raus. Diese Cross-Culture-Küche ist quasi eine Fusion aus asiatischen und europäischen Wie bekommst du den Kopf denn noch frei? Ich gehe sehr gerne in die Weinberge. Bin allgemein gerne in der Natur unterwegs: Mountainbiken, Joggen etc. Am Wochenen- de bin ich natürlich auch schon mal in der Stuttgart City anzutreffen. Aber dann eher auf regionalen Events, wie z.B. auf dem Stuttgarter Weindorf. Was macht Stuttgart denn für dich noch besonders? Die zentrale Lage. Stuttgart ist außerdem die Anlaufstelle für einen Großteil meiner Familie. Wenn man sich trifft, dann zumeist in Stuttgart. Was würdest du einem angehenden Profikoch denn noch mit auf den Weg geben? Außer dem Zeitmanagement sind Selbst- disziplin, Organisation und Verantwortung sehr wichtig. Man muss aber nicht nur Ver- antwortung übernehmen, sondern auch lernen, diese abzugeben und auf andere zu übertragen. Am wichtigsten sind aber immer noch das Interesse am Kochen und das Engagement. Kochen muss einfach Spaß machen. Einflüssen. Besonders wichtig ist mir dabei, mit dem ersten Biss Emotionen zu wecken, die man vielleicht schon in der Kindheit hatte. Wie ist das, schaut man als Profikoch denn auch mal „Das perfekte Dinner“? Na klar. Manchmal kocht dort ja auch ein Profikoch, der am Schluss erst enttarnt wird. Aber auch bei den Hobbyköchen kann man sich die eine oder andere Inspi- ration holen. Jemand hat mal gesagt: Alles Einfache ist gut und alles Gute ist einfach! Da ist wirklich was dran. Bist du im Goldberg in Fellbach quasi angekommen? In gewisser Weise schon. Ich wohne mit meiner Freundin im benachbarten Stuttgart-Luginsland und fühle mich hier einfach nur wohl. Warme Küche gibt es bei uns im Goldberg immer erst ab 18 Uhr. Die Work-Life-Balance stimmt im Moment einfach. Außerdem habe ich als Chefkoch hier alle Möglichkeiten und ich bin mit meinem Team sehr glücklich. Was ist denn noch ein Ziel, auf das du hinarbeitest? Ein Michelin-Stern wäre schon toll. Aber mit Sternen (Pfannen) von Gusto, Schlemmeratlas oder Aral (Bewertungen) kann ich auch gut leben. Ohne Ziele geht’s nicht. Das sind wir auch unseren Gästen schuldig. Hast du ein persönliches Lieblingsgericht? Also neben Spätzle und Linsen von meiner Oma ist Lachs mit Avocado und Ingwer ganz vorne dabei. Das gibt’s auch im Goldberg. Schwingst du den Kochlöffel denn auch zu Hause? Eher selten. Ich leg dann lieber mal ein gutes Stück Fleisch auf den Grill. Man muss ja auch mal den Kopf freibekommen vom Kochen.

Seitenübersicht